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  • André Gold

Farben - Klänge - Liturgie

Aktualisiert: 18. Apr. 2021

Die Neuöttinger Stadtpfarrkirche, im Baustil der Spätgotik wird vor allem wegen ihrer Größe auch Dom des Inntals genannt. Betritt man den die Pfarrkirche ist man beeindruckt von den nach oben strebenden Säulen und den weiten, lichtdurchfluteten Raum mit seinen bunten Glasfenstern. Gerade in Zeiten von Corona, braucht der Mensch Orte und Momente für die Seele und so kam Kantor André Gold die Idee, den Kirchenraum seit Weihnachten mit Farben zu illuminieren und dadurch Kirchenmusik, Raum und Liturgie zu einem „Gesamtkunstwerk“ verschmelzen zu lassen. Die Rückmeldungen waren so positiv, dass Gold die Farbinstallation bis Lichtmess verlängert und zwar mit einem bestimmten Konzept: Die Samstagvorabendgottesdienste um 17:00 werden mit vier Farben beleuchtet. Bereits am Samstag wurde das Gotteshaus in ein tiefes „Blau“ getaucht. Blau steht als reinste und tiefste Farbe u.a. für das Unbewusste, seelische Tiefe, innere Stille und ist auch die Farbe der Treue. Spiritualität und Sehnsucht nach einer immateriellen Welt unterstreichen ihre Tiefenwirkung. Medizinisch gilt Blau als fiebersenkende und entzündungshemmende Farbe. Es folgen rot, grün und schließlich gelb. Die Kirchenbesucher werden auch jeweils über die Bedeutung der Farben informiert. Am Samstag nach Lichtmess soll dann die Installation mit einem „grande Finale“ enden. Die vier Farben spiegeln sich auch in den Jahreszeiten und sogar in den liturgischen Farben – zu Hochfesten beispielsweise die Farbe rot – wider, so Gold. Farben rufen in uns Emotionen hervor, es gibt sogar Musiker die Farben hören, sprich bestimmte Klänge mit einer Farbe verbinden, die sie vor ihrem geistigen Auge sehen. Mit den Orgelklängen und Gesang wird Gold auch versuchen die verschiedenen Farben an den vier kommenden Samstagen auf die Gottesdienstgemeinde wirken zu lassen. Das ist sehr spannend, so Gold, wie die Farben den Kirchenraum verändern werden und auch die biblischen Lesungen und liturgischen Handlungen - verbunden mit Musik - vielleicht ganz neu erfahrbar machen. Es ist keine Anmeldung erforderlich, jedoch sind die Sitzplätze begrenzt. Vielleicht, so hofft Gold, macht das auch junge Leute neugierig auf unser Gotteshaus. Denn dass wir alle gerade in dieser Zeit Suchende nach Halt, Hoffnung und Momenten der Sinnhaftigkeit des Lebens sind, dessen ist sich der Kirchenmusiker, der sich auch als musikalischer Seelsorger versteht, bewusst. Mit diesem Konzept aus Raum, Licht, Musik und Liturgie will die Pfarrei allen Besuchern Freude schenken und die Sorgen des Alltags ein wenig vergessen lassen.

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